Lecos GmbH
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Leipziger Ordnungsamt und Lecos stellen Halterdatenauskunft um

Überhöhte Geschwindigkeit auf Italiens Autobahnen. Überfahren einer roten Ampel in Paris. Alkohol am Steuer. Verkehrsdelikte wie diese werden in Europa schon länger grenzübergreifend geahndet. Doch seit Jahresbeginn ist die Verfolgung solcher Verkehrsdelikte einfacher möglich.

Mit der EU-Richtlinie 2011/82/EU wurde der rechtliche Rahmen geschaffen, um den Verwaltungsbehörden in den EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit zu geben, die KFZ- Halterdaten elektronisch auszutauschen, um Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr zu verfolgen und den für das Verkehrsdelikt verantwortlichen Fahrer zu ermitteln. Technisch setzt das Verfahren auf das europäische Fahrzeug- und Führerscheininformationssystem EUCARIS, EUropean Car and Driving Licence Information System auf.

Um diesen Datenaustausch zu ermöglichen, bedurfte es einer Anpassung der nationalen Verfahren mit dem Ziel, ein europaweit einheitliches Daten-Austauschformat zu realisieren. Entsprechend stellte das Kraftfahrt-Bundesamt die bisherige Anwendung zu Jahresbeginn auf das XML-basierte HalterDatenAustauschverfahren (HDA) um und implementierte eine Schnittstelle zur europaweiten Datenübergabe.

Nun sind die Kommunen gehalten, die Schnittstelle „Kennzeichen-Anfrage-Auskunftsverfahren“ zu implementieren. Das neue Auskunftsverfahren verfügt über neue, variable Felder und lässt auch das Einpflegen zusätzlicher Felder wie etwa Fahrtenbuchauflage zu. Neben der Verarbeitung der neuen Feldformate mussten auch die zusätzlichen Informationen zum Fahrzeug, wie beispielsweise die Emissionsklasse, aufbereitet, gespeichert und verarbeitet werden. Zudem war es notwendig, das Übertragungsprotokoll an neue Vorgaben zum Namen der Übertragungsdateien sowie an eine veränderte Kodierung (UTF-8) anzupassen.

Für das Ordnungsamt der Stadtverwaltung Leipzig war es wichtig, dass auch die bisherige Halterdatenauskunft mit der Schweiz und den Niederlanden weiter gewährleistet wird.

Die Lecos GmbH hat im Auftrag des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung Leipzig die Einführung bereits vollständig abgeschlossen und die Schnittstelle zum 16. Februar 2015, dem Tag der Integration des Halterauskunftssystems der Schweiz, produktiv gesetzt. Halterauskünfte und Halterabfragen erfolgen seitdem ausschließlich über die neue XML-Schnittstelle. Dabei sind drei Anfrageebenen zu unterscheiden.

  • National – HDA (Halterdaten-Austauschverfahren):
    Deutschlandweite Anfragen nach Fahrzeughaltern
  • Bilateral – BILA:
    Halterdaten-Austausch auf der Basis bilateraler Vereinbarungen zweier europäischer Staaten. Es handelt sich um ein erweitertes Auskunftsverfahren, das nicht auf bestimmte Verkehrsverstöße beschränkt ist und auch mit Nicht-EU-Staaten genutzt werden kann, beispielsweise zwischen der Bundesrepublik und der Schweiz.
  • Europaweit – CBE (Cross-Border Exchange):
    Grenzüberschreitender Halterdatenaustausch innerhalb der EU für acht als besonders gefährlich eingestufte Verkehrsdelikte basierend auf der EU-Richtlinie 2011/82/EU. Derzeit nehmen 14 Länder am CBE-Verfahren teil.

Für die Stadtverwaltung Leipzig ergibt sich neben der europaweiten maschinellen Abfragemöglichkeit der Halterdaten auch eine Verbesserung des Arbeitsablaufs durch die Aufnahme der Informationen zur Fahrtenbuchauflage und technischer Fahrzeugdaten ins Fachverfahren.