Lecos GmbH
Lecos GmbH, Prager Straße 8, 04103 Leipzig
+49 341 2538–0 www.lecos.de

Erfolgreiche Premiere: Kommunen informieren sich auf Mitteldeutschem IT-Fachtag

Was bedeutet das bundesdeutsche E-Government-Gesetz für das kommunale Verwaltungshandeln? Was ist bei der Erarbeitung einer Gesamtstrategie für Organisation und IT in der Kommunalverwaltung zu bedenken? Diese und viele andere Themen standen auf der Tagesordnung des Mitteldeutschen IT-Fachtages in Leipzig.

Ende November 2015 luden der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA), die Genossenschaft Kommunale IT-Union Sachsen-Anhalt (KITU) sowie die kommunalen IT-Dienstleister Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen Dresden (EBIT), Thüringer Landesrechenzentrum (TLRZ) und Lecos GmbH zum Mitteldeutschen IT-Fachtag nach Leipzig.

„Ganz bewusst haben wir keine Produkte in den Mittelpunkt unserer Veranstaltung gestellt“, erklärt Lars Greifzu, Leiter Networking und Strategische Entwicklung bei der Lecos GmbH. „Verkaufs- und Hausmessen dieser Art gibt es bereits genug. Unser Ziel war es, ein Fachforum mit rein kommunaler Ausrichtung zu organisieren, auf dem gezielt strategische Themen, aber auch ganz praktische Lösungsansätze zu Aufgaben angesprochen werden, mit denen sich Kommunen derzeit befassen.“

Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 4Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 5

Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 7

Großer Zuspruch

Der Ansatz ging auf: Rund 90 Vertreter von Kommunal-, Kreis- und Landesverwaltungen aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – vorrangig Bürgermeister, Amtsleiter und IT-Verantwortliche – folgten der Einladung in den Leipziger Mediencampus und verfolgten interessiert die mehr als zwanzig, in drei parallel verlaufenden Vortragsreihen organisierten Fachbeiträge.

„Die Vorträge waren allesamt gut besucht“, freut sich Lars Greifzu. „Wir konnten erfahrene Referenten aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft gewinnen und damit ein breites Themenspektrum abdecken. Wir haben den Bogen geschlagen von den Auswirkungen des E-Government-Gesetzes auf das Verwaltungshandeln über die Psychologie in Veränderungsprozessen bis hin zu Neuorganisation des Postausgangs und Lifecycle-Management.“

Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 6Digital bleibt

Franz-Reinhard Habbel, Pressesprecher beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, eröffnete die Vortragsreihe 1 mit einem ehrlichen Beitrag zur Digitalisierung der Gesellschaft und malte ein anschauliches Bild dazu, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Verwaltung hat beziehungsweise haben muss. Er verdeutlichte, dass sich mit den neuen Medien auch das Kräfteverhältnis in der Gesellschaft verschiebt. Nicht umsonst titelte er: „Wir sind’s – auf dem Weg zur Bürgergesellschaft!“.

Ebenso unverblümt sagte es Dr. Marianne Wulff, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunaler IT-Dienstleister Vitako: „Digital geht nicht mehr weg!“. Sie begrüßte das bundesdeutsche E-Government-Gesetz als wichtige Grundlage für die Abschaffung gesetzlicher Hemmnisse für die Digitalisierung der Verwaltung wie beispielsweise das Schriftformerfordernis. Sie fordert konzertierte Aktivitäten von Bund, Ländern und Kommunen, um die unaufhaltsame Entwicklung verwaltungsseitig gezielt im Sinne einer bürgerfreundlichen Kommune zu gestalten.

Praktischer starteten die beiden anderen Vortragsreihen mit einem Beitrag zum IT-gestützten Forderungsmanagement mit AMTSHILFE.net beziehungsweise einem Erfahrungsbericht zum Mängelmanagement mit MAERKER in der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin. Weitere Beispiele aus der Praxis thematisierten das Lifecycle-Management für Arbeitsplatztechnik, Erfahrungen der sächsischen Landeshauptstadt mit De-Mail oder ein Pilotprojekt zur elektronischen Messbetragsübermittlung der Gewerbesteuer sowie die Digitalisierung des Postein- und Postausgangsprozesses.

Götz Prusas von der Sächsischen Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung SAKD berichtete zudem am Beispiel der Umsetzung des Online-Gewerbedienstes im Freistaat Sachsen über die Integration von IT-Verfahren und Diensten.

Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 1Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 3Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 2

Weitblick gefragt

Was bedeutet es eigentlich, strategisch zu handeln? Wie lässt sich eine Kommune sinnvoll steuern? Diesen Fragen gingen Norbert Zucht von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement KGSt und Stefan Ortmann von der Syncwork AG nach. Beide machten deutlich, dass es einer klar formulierten Strategie und definierten Wirkungsabsichten bedarf, um tatsächlich steuern zu können.

Dr. Christian Aegerter, Hauptamtsleiter in der Stadt Leipzig, unterlegte die Referate am Beispiel der sächsischen Großstadt praktisch. Die Kommune erarbeitet derzeit eine Gesamtstrategie für Organisation und IT. Es sei schlicht nicht mehr möglich, beide Bereiche getrennt voneinander weiterzudenken, so Aegerter. Für das weitere Vorgehen zur Erarbeitung der Strategie „Digitale Verwaltung 2016-2020“ hat Leipzig sieben Arbeitshypothesen formuliert. Darin ist die Verantwortungsrolle aller Führungskräfte für die Verwaltungsmodernisierung ebenso festgehalten wie die zwingend erforderliche Harmonisierung von rechtlichen Rahmenbedingungen und E-Government-Zielen.

Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 8 Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 9 Mitteldeutscher IT-Fachtag Lecos 2016 - 10

Kulturwandel

Es bedarf eines umsichtigen Vorgehens, um die nicht mehr aufzuhaltenden, gravierenden Veränderungen im Rollenverständnis und Kommunikationsverhalten zwischen Bürgern, Politik und Kommune in der Kommunalverwaltung zu meistern. Das Interesse am Beitrag des Arbeitspsychologen Dr. Markus Dobler war entsprechend groß. „Die Verantwortung für den Erfolg von Veränderungsprozessen liegt maßgeblich bei den Führungskräften“, so Dobler. „Sie müssen als Motivator fungieren und ihre Mitarbeiter durch Vorleben und Verdeutlichen der positiven Ergebnisse der Veränderung für diese begeistern.“

Ein positives Beispiel für einen erfolgreichen Kulturwandel aus der Praxis ist hier die Stadt Jena. Michael Selle, Leiter IT-Strategie und E-Government, erläuterte, wie in der Thüringer Kommune beispielsweise das Thema Open Data erfolgreich umgesetzt sowie ein Bürger- und Unternehmensservice-Portal etabliert wurden. Digitalisierung geht mit  immer komplexeren IT-Systemen einher. Deren Sicherheit und Schutz vor dem Zugriff Dritter sind unabdingbare Grundlage für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Verwaltung. Entsprechend groß war auch das Interesse am Thema IT- und Informationssicherheit. Karl-Otto Feger, Leiter Referat Informationssicherheit in der Landesverwaltung, Cybersicherheit Sächsisches Staatsministerium des Inneren (SMI), mahnte an, dem Thema seitens der Führungsebene die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Ausgehend vom sächsischen E-Government-Gesetz stellte Feger verschiedene Sicherheitsprojekte des SMI vor.

Am Rande der Veranstaltung nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit, mit Amtskollegen aus anderen Kommunen ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen. „Die Kommunen müssen gemeinsam agieren, um die Herausforderungen der kommenden Jahre annehmen und bewältigen zu können. Dafür wollen wir erste Brücken bauen“, so Greifzu. „Wenn Bürger und Wirtschaft über Schnelligkeit und Komfort im Umgang mit der Verwaltung zufrieden oder sogar begeistert sind – dann haben wir ein wichtiges Ziel erreicht.“

Der Artikel ist auch erschienen in der Vitako aktuell – Ausgabe Lecos 1/2016

Leipzig, 1. Dezember 2015